It’s a long way … (I)
Häfeli bremst. Vor der Kreuzung am Kiosk steht Ilfishauser. Ilfishauser diskutiert mit der Verkäuferin und friemelt in seinem Portemonnaie herum. Für Häfeli nicht uninteressant, zu erfahren, was Ilfishauser am Kiosk soeben ersteht. Unter dessen Arm klemmt Monocle, die neueste Zeitschrift aus dem Hause Tyler Brûle. Ausgerechent, denkt sich Häefeli, Ilfishauser und sein Zwang, hip zu sein. Verkrampft und aufgesetzt, aber irgendwie konsequent, dass der jetzt mit Monocle punkten will. Wahrscheinlich legt er die Fanzine nach der Sitzung locker, so nebenbei, auf den Tisch, um dann auf fragende Blicke hin weltmännsiche Kommentare abzugeben. Ilfishauser. Immer Ilfishauser.
Palm, Podcasting, Slow-Food: Immer trachtete Ilfishauser danach, den berühmten Schritt schneller zu sein und seinen Zeitgeist unter Beweis zu stellen. Und irgendwie schaffte er dies auch. Gepunktet hatte er damit bei Kinnler, bei Gunzger und bei den Wirtschaftsredaktoren. Und dies nicht zu knapp. Seit einem Monat erhielt er die Premium-Aufträge: St. Moritz, Genf, Konstanz. Häfelis Alltag hingegen endete allermeist in Brüttisellen, Samstagern oder Ennetbaden.
In Gedanken noch bei Ilfishauser, biegt Häfeli auf das Parkfeld vor dem Hauptsitz ein. Bevor er das Auto verriegelt, greift er in seine Tasche und schiebt die am Abend zuvor gekaufte, noch ungelesene Ausgabe von Monocle unter einen Stoss älterer Zeitungen auf seinem Rücksitz.
* Unter der Rubrik “It’s a long way …” erscheinen in diesem Blog in unregelmässigen Abständen Geschichten aus Häfelis Alltag. Übereinstimmungen mit real existierenden Figuren sind zufällig und ungewollt.







